Inklusion beim Kölner Kinderfilmfest CINEPÄNZ

Seit vielen Jahren engagieren sich die Organisatoren des Kölner Kinderfilmfests CINEPÄNZ im Bereich der Inklusion. Das ist auch für das Festival diesen Jahres geplant.

Traditionell gehört dazu die Arbeit mit Gehörlosen. Um gehörlose Kinder zu inkludieren werden einige der Festivalfilme mit Hilfe eines Gebärdendolmetschers in die Gebärdensprache übersetzt. Welche Filme übersetzt werden wählen gehörlose Kinder selbst aus. Sie erklären auch, worauf sie achten: "Wir sehen gerne Filme mit Schauspielern. Da können wir lippenlesen, was bei Zeichentrickfilmen nicht geht." Zahlreiche gehörlose Kinder nehmen das Angebot an, zum Teil kommen auch Gehörlosenschulen in die Filmvorführungen.

Aber damit ist das inklusive Angebot nicht ausgeschöpft. So widersprüchlich es sich anhört, so gut wird das Angebot angenommen: Kino für Blinde. In Zusammenarbeit mit einer Kölner Schule für blinde und sehbehinderte Kinder wird ein Film gezeigt, dessen Handlung mit Hilfe der sogenannten Audio-Deskription auf der Tonspur beschrieben wird. Alles, was im Bild passiert, kommentiert ein Erzähler. So können Kinder, die nicht oder nur eingeschränkt sehen können, der Handlung folgen. Die Kids sind begeistet, können sie doch so bei ihren sehenden Freunden mitreden, wenn es um das Erlebnis Kino geht.

Wichtig ist auch die Arbeit in sozial schwierigen Stadtteilen. Die Kinder, die dort leben, werden von ihren Eltern nicht unbedingt in die Innenstadt in die Festivalkinos gefahren. Also kommt das Festival zu ihnen. In zwölf Jugendzentren und Bürgerhäusern zeigt CINEPÄNZ sein Programm. So gibt es für diese Kinder ein niedrigschwelliges Angebot in einer ihnen vertrauten Umgebung.

Damit sich sozial benachteiligte Kinder auch intensiver mit ihrer Situation auseinandersetzen können dreht CINEPÄNZ in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Jugendzentrum Hackenbroich gemeinsam mit Kindern aus dem Viertel einen Film, in dem sich Kinder mit ihrer Lebenssituation auseinandersetzen und in dem sie Lösungsmöglichkeiten für soziale Probleme in ihrem Stadtteil entwickeln. Die Dreharbeiten laufen derzeit im Rahmen der Sommerferien, der fertige Film wird dann beim Kölner Kinderfilmfest CINEPÄNZ uraufgeführt.

Die Anzahl der inklusiven Angebote wird von der Höhe der Förderung bestimmt. Festival-Chef Joachim Steinigeweg erklärt hemdsärmelig: "Inklusion gibt es so viel, wie Geld da ist." Denn auf die Frage, was man noch mehr anbieten könnte, fällt den Cinepänz-Organisatoren durchaus noch eine Menge ein.
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